ZAUBER DES ZERFALLS

29.4.2019

Engel schweben an der Decke, flankiert von dämonischen Gestalten, aus den monumentalen Säulen wachsen florale Muster. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus und unser Fotoherz pocht heftig. Müsste man nur ein Wort auswählen, das die Villa M. aus dem 19. Jahrhundert im Piemont beschreibt, so wäre es wohl Erhabenheit. Doch in absehbarer Zeit wird davon kaum noch etwas übrig sein. Leider ist die Villa, die von einem grossen Park umgeben ist, bereits stark vom Zerfall gezeichnet. In den Wandgemälden klaffen grosse Löcher, der Putz bröckelt, auf dem Boden liegt Schutt und die Fensterscheiben sind zerbrochen.

Wir fühlen uns ein wenig, als wären wir mit einer Zeitkapsel gereist und stellen uns Szenerien aus vergangenen Zeiten vor: Prunkvolle Hochzeiten, ehrenvolle Empfänge, feine Abendgesellschaften. Autoritär schreitet der Hausherr das elegante Treppenhaus hinunter um den Besuch zu empfangen, während die Bediensteten fast lautlos durch die Gänge huschen. Die bröckelnden Gemäuer hätten wohl noch viel zu erzählen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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